Archive for ‘Arbeitszeugnis’

6 Dezember, 2015

Geheimcodes der Arbeitszeugnisse – wie man sie deutet

Jedes Arbeitszeugnis wird unter der Verwendung von verschiedenen Codes geschrieben, die unterschwellig eine gewisse Wertung abgeben. Wie ihr bereits wisst, muss jedes Zeugnis in einer wohlwollenden Art und Weise geschrieben sein. Allerdings kann man mit Hilfe dieser Codes auch eine schlechte Leistung darstellen.

Wenn ihr beispielsweise den Ausdruck „ stets bereit“ in eurem Zeugnis vorfindet, kann das bedeuten, dass eure Arbeitsweise eher als faul angesehen wurde.
Dagegen bedeutet ein „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ eine sehr gute Leistung.
Es kann allerdings auch vorkommen, dass ihr einen Satz in eurem Zeugnis vorfindet der dem Folgenden sehr ähnelt.
„ Wir haben uns in gegenseitigem Einvernehmen getrennt“. In diesem Fall ist die erbrachte Leistung als ungenügend anzusehen, da der entsprechende Mitarbeiter dem Unternehmen in keiner Weise einen Mehrwert bieten konnte.

Allerdings gibt es immer noch Zeugnisaussteller, die mit der Verwendung derartiger Codes nicht vertraut sind. Das führt dazu, dass eine eigentlich gute Leistung durch ein unwissentlich schlecht ausgestelltes Zeugnis verpfuscht wird.
In diesem Zusammenhang solltet ihr wissen, dass ihr bis zu zehn Monaten nach Ausscheiden aus eurem Job Zeit habt, das entsprechende Zeugnis korrigieren zu lassen.
Also schaut euch grundsätzlich das Arbeitszeugnis ganz genau an, auch hier kann man nicht davon ausgehen, keine Fehler zu finden.

21 Oktober, 2015

Arbeitszeugnis- was darf nicht drin stehen?

Zeugnisberichtigung: unzulässiger Hinweis auf weitergehende Informationen.

Nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit einer kaufmännischen Angestellten stellte der Arbeitgeber ein qualifiziertes Zeugnis aus, das mit folgendem Satz endete: „Gerne stehen wir Frau S. hinsichtlich Nachfragen über die Qualität der von ihr für uns geleisteten Arbeit zur Verfügung.“ Die Arbeitnehmerin war mit diesem Zusatz nicht einverstanden und verlangte dessen Streichung. Der Arbeitgeber rechtfertigte die gewählte Formulierung damit, es könne nur als positives Signal aufgefasst werden, wenn ein Arbeitgeber bereit sei, die positive Leistungsbeurteilung aus dem Zeugnis jederzeit telefonisch zu bestätigen.

Dieser Argumentation folgte das Arbeitsgericht (ArbG) Herford nicht. Vielmehr ist die beanstandete Formulierung als verschlüsselter Hinweis darauf zu verstehen, dass die im Zeugnis enthaltene Leistungsbeurteilung nicht den wirklichen Leistungen des Arbeitnehmers entspricht. Ein solcher Passus ist daher unzulässig und ersatzlos zu streichen.
(Urteil des ArbG Herford vom 1.4.2009, 2Ca 1502/08, ArbRB, 190)

Auch als Animateur sollte man darauf achten, dass der Arbeitgeber ein richtiges Arbeitszeugnis ausstellt. Denn man sehr wohl das Recht sein Arbeitszeugnis korrigieren zu lassen, wenn man sich benachteiligt fühlt.

8 September, 2015

Arbeitszeugnis für Animateure – was muss drin stehen?

Wie bei jedem Zeugnis muss auch das Arbeitszeugnis für einen Animateur die berufsspezifischen Besonderheiten beinhalten. Ein durch den Arbeitgeber erstelltes Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Daneben muss es Leistung und Soziaverhalten des Animateurs bei wohlwollender Beurteilung zutreffend wiedergeben. Der weitere notwendige Zeugnisinhalt bestimmt sich nach dem sogenannten Zeugnisbrauch. Dieser kann nach Branchen und Berufsgruppen unterschiedlich sein. Lässt ein erteiltes Zeugnis übliche Formulierungen ohne sachliche rechtfertigung aus, hat der Animateur Anspruch auf Ergänzung. Das Auslassen eines bestimmten Inhalts, der von einem einstellenden Arbeitgeber in einem Zeugnis erwartet wird, kann ein unzulässiges Geheimzeichen sein. Nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) gehört die Hervorhebung der Belastbarkeits eines Animateurs in Stresssituationen zum notwendigen Inhalt eines qualifizierten Zeugnisses. Fehlen hierzu jegliche Angaben, könnte ein fachkundiger Leser des Zeugnisses hieraus negative Schlüsse ziehen. aus Urteil des BAG 12.8.2009, 9 AZR 632/07, Betriebsberater 2008, 1841.