Archive for August, 2015

31 August, 2015

Lohnsteuerkarte

LohnsteuerkarteDie Lohnsteuerkarte gehört zu den Arbeitspapieren. Zu Beginn eines jeden Arbeitsverhältnisses in Deutschland muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber seine Lohnsteuerkarte einreichen.
Doch woher bekommt man eigentlich eine Lohnsteuerkarte?
Die Lohnsteuerkarte wird von der Wohnortgemeinde des Arbeitnehmers unentgeltlich ausgestellt. Der Antrag auf Ausstellung kann telefonisch, persönlich oder schriftlich gestellt werden. Sogar ein Online Antrag ist mittlerweile in vielen Städten möglich, z. B. in Köln. Nach Ausfüllung des Formulars, wird die Karte nach wenigen Tagen zugesandt. Im Falle des Verlustes der Karte kann problemlos eine Zweite gegen eine Bearbeitungsgebühr von 5 € ausgestellt werden. Die Lohnsteuerkarte muss einmalig beantragt werden, danach erfolgt eine automatische Zustellung für die Folge-Jahre. Lediglich Änderungen in der Anschrift müssen der zuständigen Behörde mitgeteilt werden. Erst wenn der jährliche Steuerfreibetrag von € 7664 überschritten wird, fallen Abgaben an.

Besonders in der Touristikbranche tummeln sich viele schwarze Schafe: Arbeitgeber melden ihre Mitarbeiter häufig gar nicht oder im Ausland an. So werden Arbeitsverträge in der Schweiz oder Türkei geschlossen, um deutsches Arbeitnehmerschutzrecht zu umgehen. Dies bedeutet für den Arbeitnehmer oftmals viel höhere Abgaben als in Deutschland und den Verlust jeglicher Sicherheit.
Wichtig: Um Ärger zu vermeiden, ist es darauf zu achten, dass man ordnungsgemäß von seinem Arbeitgeber angemeldet wird. Dies geschieht unter anderem über die Abgabe der Lohnsteuerkarte!
„In der heutigen Zeit ist es wichtig einen seriösen Arbeitgeber zu finden. Für uns als Dienstleister in der Freizeit- und Touristikbranche ist es mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden unsere Mitarbeiter ordnungsgemäß an- und abzumelden. Trotzdem können und wollen wir nicht darauf verzichten. Eine übersichtliche und verständliche Gestaltung der Arbeitsverhältnisse ist Teil unserer Unternehmensphilosophie. Das sind wir uns und unseren Mitarbeiter schuldig.“, so Susanne Schönwälder (Human Ressources, Happy Family Animation).

29 August, 2015

Fit for job?!

Die erste Hürde der Bewerbung ist geschafft und der Traumjob als Animateur zum Greifen nahe. Jetzt muss nur noch ein „Job-Training“ absolviert werden. Doch was erwartet Einen da? Wozu ist es überhaupt gut? Und wann und in welcher Form macht ein Job-Training Sinn? Fragen über Fragen…..

Viele Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen bieten vor dem ersten Arbeiteinsatz ein sogenanntes „Job-Training“ oder „On the job-Training“ an. Besonders in der Freizeit- und Touristikindustrie sind Job -Trainings oftmals Grundvoraussetzung für den bevorstehenden Einsatz und durchaus sinnvoll. Unternehmen und Arbeitnehmer haben so die Möglichkeit sich besser kennen zulernen, der zukünftige Mitarbeiter wird auf seinen Arbeitsalltag vorbereitet und erhält die Möglichkeit in ungezwungener Atmosphäre Fragen zu stellen. Jeder sollte an einem solchen Job-Training teilnehmen, jedoch exakt die Rahmenbedingungen beachten! Denn bei der Durchführung des Jobtrainings trennt sich die Spreu vom Weizen: handelt es sich um ein seriöses Unternehmen oder soll durch das Training zusätzlich Geld in die Kasse des Arbeitgebers fließen?!
Peter Schönwälder vom Touristik-Dienstleister „Happy Familiy Animation“ gibt sechs wichtige Hinweise zu seriösen Job-Trainings:

1. Ein Job-Training ist für den Mitarbeiter selbstverständlich KOSTENFREI. Lediglich Anreise und ggf. Übernachtung sind selbst zu tragen. Mehrere obligatorische Aus- & Weiterbildungsseminare, die vor dem ersten Einsatz 150-300 € kosten, sind unsinnig und reine Abzocke.

2. Job-Trainings dauern in der Regel 1-2 Tage. Wichtiger als langwierige Schulungen über mehrere Tage ist der Aufbau des persönlichen Kontaktes und des Vertrauens. Dem Arbeitnehmer soll vermittelt werden, dass er sich individuell zu jeder Zeit an seinen Arbeitgeber wenden kann.

3. Zu einem Job-Training sollte nicht wahllos eingeladen werden. Statt einer Massenveranstaltung, bei der geeignete Bewerber erst ausgesiebt werden, sollte mit zuvor sorgfältig ausgewählten Mitarbeitern in überschaubarer Runde das Job-Training durchgeführt werden.

4. Ein Job-Training sollte in verschiedenen Städten zu unterschiedlichen Zeitpunkten angeboten werden, die deutschlandweit gut zu erreichen sind, denn in der Regel wird die Anreise vom zukünftigen Mitarbeiter bezahlt.

5. Eine spezielle Vorbereitung auf das Job-Training ist nicht notwendig. Natürlich sollte sich der Arbeitnehmer im vorhinein mit dem Unternehmen beschäftigt haben.

6. Bestandteile eines guten Job–Trainings sind die Unternehmensvorstellung, Infos über Einsatzort und Aufgaben, Gruppenarbeiten, Rollenspiele und Workshops zu kleinen Themen und das Beschwerdemanagement. Außerdem sollte genügend Raum für Fragen bestehen.

26 August, 2015

Startschuss Bewerbungen 2009

Auch wenn der Winter schon fast vor der Tür steht, laufen die Planungen im Tourismus bereits für den Sommer 2009. Besonders in der Animation kann man sich bereits jetzt für die kommende Sommersaison bewerben. Hierzu nutzt man meist die jeweiligen Online-Bewerbungsformulare. Das Kölner Unternehmen Happy Family Animation sucht insbesondere für Deutschland und Österreich rund 200 Animateure.

24 August, 2015

Animateure und Rente?!

Auch als Animateur sollte man sich über seine Altersvorsorge rechtzeitig Gedanken machen. Einem deutschen Animateur nutzt es dabei recht wenig wenn er einen schweizerischen oder einen anderen nicht-deutschen Arbeitsvertrag unterzeichnet hat, denn die Einzahlungen in die Sozialkassen fließen dann direkt in das Land aus dem der Arbeitsvertrag stammt. Und dies nutzt dann herzlich wenig, da die Altersvorsorge in Deutschland z.B. über die Rentenversicherung nur dann funktioniert, wenn ein deutscher Arbeitsvertrag mit einem deutschen Arbeitgeber geschlossen wird. Das Internetportal www.rentenblicker.de bietet Infos und Service rund um das Thema Altervorsorge und ist extra zugeschnitten auf die Lebenswelt junger Menschen. Alle Adressen zum Thema findet man auch unter www.deutsche-rentenversicherung.de oder können beim dortigen Servicetelefon erfragt werden.

22 August, 2015

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21 August, 2015

Saisonstart – es ist noch nicht zu spät für Sommer-Jobs

Noch wehen die letzten kalten Sturmböen über Europa hinweg, doch schon bald ersetzt der Picknickkorb die Gummistiefel – in Kürze ist Ostern und somit für viele der erste Urlaub im Jahr. Für Feriengäste bedeutet das eine Zeit der Entspannung bei hoffentlich sonnigem Wetter nach einem anstrengenden, arbeitsreichen Winter. Für Animateure hingegen beginnt jetzt erst die Arbeit. Die müden Glieder werden aufgewärmt, Ferienanlagen bezogen, Programme erarbeitet. Wer den Winter genutzt hat, um sich zu bewerben, der kann sich jetzt darauf freuen, dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen.

Tatsächlich haben viele Reiseveranstalter ihre besten Stellen schon besetzt. Zumeist werden schließlich Animateure für die ganze Saison gesucht. So genannte „Springer“-Stellen, also kurzfristige Arbeitseinsätze in den besonders dicht gedrängten Sommermonaten, sind weniger attraktiv – der Verdienst ist deutlich geringer, die Arbeitsumstände schlechter, denn wer für nur kurze Zeit in einem eingeschworenen Team als „Aushilfe“ eingesetzt wird, dem bleibt nicht viel Zeit zum Einleben.

Vakante, attraktive Stellen zu vergeben hat hingegen noch Happy Family Animation. Neben Saisonjobs bietet das Kölner Unternehmen auch viele Sommer-Jobs an – und gerade in diesem Bereich sind noch viele interessante Stellen offen. Voraussetzung: Bewerber sollten mindestens sechs Wochen am Stück Zeit haben. Frühester Beginn für einen Sommer-Job ist der 23. Juni 2008, aber auch ein späterer Beginn ist möglich. Je nach Profil des Bewerbers sind individuell abgestimmte Einsätze als Kids-Animateur/in, als Youngsters-Animateur/in, als Family-Animateur/in oder als Sports-Animateur/in möglich.

Wer sich bei Happy Family Animation bewerben möchte, kann das direkt hier online tun. In einem persönlichen Gespräch wird dann mit dem Bewerber telefonisch besprochen, welcher Job für ihn am besten passt. Per E-Mail folgt dann ein individuelles Jobangebot, in dem Einsatzort und -zeitraum sowie Gehalt, Arbeitszeiten usw. festgelegt werden. Fixiert wird das Ganze in einem Arbeitsvertrag nach deutschem Recht. Schließlich wird der frisch gebackene Animateur bei einem speziellen Job-Training auf seine sommerliche Tätigkeit vorbereitet.

Pessimismus ist also nicht angebracht – wer noch als Animateur im Sommer arbeiten möchte, der muss sich nicht als „Aushilfsbetreuer“ wöchentlich über die Landkarte hetzen lassen. Wer eigenverantwortlich und kreativ mit Gästen in Hotels, in Feriendörfern oder auf Campingplätzen arbeiten möchte, braucht nicht bis nächstes Jahr zu warten – die Bewerberrunde ist noch offen!

Verwandte Artikel:

Der Arbeitsvertrag eines Animateurs – was sollte drin stehen?
Bewerbungstipps – der richtige Weg zum Animationsjob
FAQ – Fragen an und Antworten von Happy Family Animation

20 August, 2015

Wie lohnt sich Jobben zwischen Abitur und Studium am meisten?

Früher war ja alles besser: Mit dem Abizeugnis unter dem Arm ging es von der Oberprima direkt in den Uni-Hörsaal. Das ist heute nicht mehr unbedingt die Regel. Hohe Studiengebühren haben dazu geführt, dass viele Abiturienten sich entscheiden, erst einmal eine Ausbildung zu absolvieren oder zu jobben. Doch gerade die „steuerlichen Formalitäten“ sorgen bei dem direkten Wechsel von Schulbank zu Arbeitsplatz für Ratlosigkeit. Was bleibt am Ende übrig? Muss ich Angst vor der Steuerfahndung haben? Natürlich nicht.

Ganz klar ist: Wer als Auszubildender oder Arbeitnehmer eine Tätigkeit aufnimmt, wird automatisch sozialversichert. Das heißt, er genießt Schutz im Krankheitsfall oder bei Arbeitslosigkeit, er erwirbt Ansprüche auf eine Rente und er würde im Falle einer Pflegebedürftigkeit Leistungen erhalten. Zudem wird der Arbeitnehmer automatisch unfallversichert. Diesen Beitrag übernimmt der Arbeitgeber in voller Höhe.

Wie sieht es mit den übrigen Sozialabgaben aus? Wenn nur eine kurze Zeit zwischen Abitur und Studium überbrückt werden soll, kommt man um große Lohnabzüge herum. Grundsätzlich gilt: Wer nicht länger als zwei Monate im Jahr arbeitet, muss keine Sozialabgaben zahlen. Diese zwei Monate müssen nicht am Stück gearbeitet werden. Wer nicht mehr als 50 Tage im Jahr arbeitet, ist ebenfalls von Sozialabgaben befreit.

Gut und schön – was aber, wenn die Zeit zwischen Abitur und Studium deutlich länger ausfällt? Auch das ist kein Problem, schließlich gibt es die sogenannten Minijobs. Minijobber dürfen bis zu 400 Euro im Monat verdienen, ohne Sozialabgaben zu zahlen. Die zahlt nämlich der Arbeitgeber, und zwar pauschal: 15% Sozialbeitrag und 13% an die Krankenversicherung. Letzteres gilt jedoch nur, wenn der Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert ist. Ein Problem dürfte das jedoch auch für Privatversicherte nicht sein, sind sie doch in der Regel bis zum 25. Lebensjahr bei den Eltern mitversichert.

Auch steuerlich kommt der Minijobber gut weg – sein Verdienst von bis zu 400 Euro wird pauschal versteuert, und zwar vom Arbeitgeber. Für alles, was über 400 Euro liegt, muss eine Lohnsteuerkarte her. Das ist aber tatsächlich eine günstige Alternative, denn wer der Steuerklasse I angehört – und das ist die Regel bei Abiturienten – kann bis zu knapp 900 Euro im Monat steuerfrei verdienen. Wird es mal mehr, ist das auch nicht schlimm. Kommt am Ende des Jahres ein über das Jahr verteiltes Durchschnittseinkommen von nicht mehr als 900 Euro heraus, können eventuell bezahlte Steuern über die Lohnsteuererklärung wieder rein geholt werden. Eins bleibt also auch nach dem Schulende gleich: Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil – ein Taschenrechner tut’s aber auch!

18 August, 2015

Vom „Allgemeinen Lebensrisiko“ in Ferienanlagen

Bereits im Januar berichteten wir von einem Verletzungsfall, der sich während der Animation in einer Ferienanlage ereignet hatte. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte geurteilt, dass in einem solchen Fall nicht der Animateur haftbar gemacht werden könne, sondern der Reiseveranstalter. Er sei verpflichtet, dafür zu sorgen, dass in seinen Vertragshotels umsichtig gearbeitet wird. Im August 2004 hat das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem ähnlichen Fall ein Urteil gesprochen.

Der Gast einer Ferienanlage hatte gegen den Reiseveranstalter geklagt, nachdem er sich am Swimmingpool Verletzungen zugezogen hatte. Er hatte sich in der Nähe des Pools aufgehalten, als dort ein durch Animateure organisiertes Wasserballspiel statt fand. Ein schlecht gezielter Wurf traf den Touristen am Kopf, wobei er sich verletzte.

Das Oberlandesgericht betonte erneut, dass der Reiseveranstalter dafür Sorge zu tragen habe, dass es keine Gefahr für die Gäste der Ferienanlage gäbe. Dennoch sei die Klage des Touristen abzuweisen – er sei wie jeder Reisende einem „allgemeinen Lebensrisiko“ ausgesetzt, gegen das auch Sicherheitsvorkehrungen nichts ausrichten können. Das Wasserballspiel sei angekündigt und offen sichtbar gewesen. Der Kläger hätte daher selbst auf ausreichenden Abstand zum Pool achten müssen, um Verletzungen zu vermeiden.

16 August, 2015

Als Student angestellt – Rechte, Pflichten, Abgaben

Das Taschengeld von Mama und Papa mag ja zu Anfang des Studiums noch recht üppig erscheinen, doch spätestens, wenn der nächste Urlaub gebucht, die Semestergebühr gezahlt oder die schon so lange geplante WG-Party steigen soll, ist man über ein bisschen mehr Geld auf dem Konto froh. Aber was ist die günstigste Beschäftigungsform für Studenten? Das hängt in erster Linie von dem angestrebten Verdienst ab.

Wer sich nur ein kleines Zubrot verdienen möchte, für den ist der so genannte „Mini-Job“ von Vorteil. Bei dieser geringfügigen Beschäftigung darf der Arbeitnehmer nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen. Wie viele Stunden er dabei die Woche arbeitet, ist egal. Der Riesenvorteil: Von dem Bruttolohn werden keine Sozialabgaben abgezogen und es wird keine Lohnsteuer fällig – der Arbeitnehmer bekommt also seinen Verdienst ohne jegliche Abzüge. Rentenversicherung und Krankenversicherung übernimmt hierbei der Arbeitgeber. Eine Lohnsteuerkarte ist für die Beschäftigung nicht zwingend notwendig, wird aber vom Arbeitgeber gerne gesehen, da er ansonsten eine Lohnsteuerpauschale für den Beschäftigten zahlen muss. Es ist übrigens auch möglich, in mehreren Mini-Jobs zu arbeiten, solange die Grenze von 400 Euro nicht überstiegen wird. Übrigens: Wer bereits in einem voll sozialversicherungspflichtigen Job arbeitet, kann ebenfalls einen (aber nur einen) Mini-Job annehmen und so bis zu 400 Euro abgabenfrei dazu verdienen.

Seit mittlerweile fünf Jahren gibt es auch „Midi-Jobs“. Der Arbeitnehmer darf hierbei in der so genannten Gleitzone zwischen 400,01 Euro und 800 Euro verdienen und zahlt dabei weniger Sozialbeiträge. Die Abgaben sind hierbei je nach Verdienst gestaffelt: Wer nur knapp über 400 Euro verdient, muss 4% des Bruttolohns abführen. Bei steigendem Verdienst steigt dann auch dieser Satz – bis der Arbeitnehmer bei einem Verdienst von 800 Euro schließlich die vollen Abgaben von 21% zahlt. Für eine Beschäftigung in der Gleitzone muss der Arbeitnehmer eine Lohnsteuerkarte einreichen und bei Einstellung versichern, dass er keine anderen Jobs ausübt, die ein Gehalt von monatlich 800 Euro übersteigen.

Hat die angestrebte Tätigkeit fachlich mit dem Studiengang des Arbeitnehmers zu tun – z.B. Montagetätigkeit bei einem Maschinenbaustudenten oder Verlagsarbeit bei einem Germanisten – ist eine Beschäftigung als Werksstudent sinnvoll. Hierbei gibt es eigentlich keine Grenze bezüglich des Gehalts und des Stundenlohns – allerdings verfällt bei einem Jahresgehalt von mehr als 7.680 Euro der Anspruch auf Kindergeld. Zudem darf ein Werkstudent ohne spezielle Begründung nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten, da sonst nicht mehr davon auszugehen ist, dass er seinen Studienverpflichtungen nachkommt. Ein Arbeitsverhältnis als Werkstudent ist übrigens ausgesprochen günstig: Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich den Beitrag zur Rentenversicherung (jeweils 9,75% des Bruttolohns), ansonsten gibt es keinerlei Abzüge. Eventuell anfallende Lohnsteuer gibt es beim Lohnsteuerjahresausgleich zurück. Eine Lohnsteuerkarte ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber günstiger, denn ansonsten muss der Arbeitgeber pauschal 25% Lohnsteuer abführen – das ist den meisten Unternehmen zu teuer.

14 August, 2015

Brutto- und Nettogehälter – eine Verpackungsfrage

Spätestens seit Bundeskanzlerin Merkel im Wahlkampf Brutto und Netto verwechselte, schämt sich kaum noch jemand der Unkenntnis der beiden Begriffe. Tatsächlich ist der Unterschied jedoch beträchtlich. Und wer einmal eine Arbeitsstelle in der Hoffnung auf großen Verdienst angenommen hat, dabei aber am Ende mit deutlich weniger dasteht, weil er Brutto- und Nettogehälter nicht auseinander halten konnte, der wird beim nächsten Mal ganz genau darauf achten, was er denn am Ende raus bekommt. Aber so weit muss es ja gar nicht kommen, denn eigentlich ist der Unterschied wirklich sehr einfach.

Das höhere Gehalt ist das Bruttogehalt. Das Wort Brutto kommt aus dem Italienischen und bedeutet „hässlich“ oder im übertragenen Sinne „mit Verpackung“. Das Bruttogehalt ist also das Gehalt vor dem „Auspacken“, das heißt, bevor Steuern und Sozialabgaben abgezogen werden. Ein im Arbeitsvertrag festgeschriebenes Bruttogehalt bekommt der Arbeitnehmer also in dieser Höhe nicht ausbezahlt. Merke: Brutto-Gehälter bekommt man nicht.

Auf dem Konto des Arbeitnehmers landet schließlich ein kleinerer Betrag: das Nettogehalt. Das Wort Netto kommt ebenfalls aus dem Italienischen und bedeutet „rein“, also „ohne Verpackung“. Merke: Netto-Gehälter sind niedriger.

Aber was wird denn jetzt eigentlich genau vom Bruttogehalt abgezogen? Zwei Kategorien sind hier zu unterscheiden: die Steuern und die Sozialabgaben. Lohnsteuer wird ab einem Verdienst von 7.664 EUR im Jahr fällig. Bleibt der Arbeitnehmer unter diesem Betrag, kann er eventuell entrichtete Lohnsteuer in kompletter Höhe über eine Lohnsteuererklärung vom Fiskus zurück erstattet bekommen. Die Sozialabgaben umfassen die Beiträge zur Rentenversicherung, zur Krankenversicherung, zur Pflegeversicherung und zur Arbeitslosenversicherung. Da diese Beiträge je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber übernommen werden, werden sie auch Lohnnebenkosten oder Personalzusatzkosten genannt.

In der Regel betragen die Steuern und Sozialabgaben in etwa 21% des Bruttogehalts. Bei einem Bruttogehalt von 1.000 EUR werden ergo 21% abgezogen, so dass noch 790 EUR Nettogehalt übrig bleiben. Wer allerdings deutlich weniger verdient, zahlt auch deutlich weniger Steuern und Abgaben. Bei einem Verdienst von unter 400 EUR im Monat (Minijob) werden keine Abgaben fällig, das heißt: Nettogehalt ist gleich Bruttogehalt. Bei einem Verdienst von mehr als 400 EUR, aber weniger als 800 EUR im Monat (Midijob) werden dem Arbeitnehmer je nach genauer Höhe des Verdienstes zwischen 11% und 20% Abgaben vom Bruttolohn abgezogen. Erst bei einem Verdienst von mehr als 800 EUR werden die vollen 21% fällig. Die genaue Höhe der Abgaben lässt sich zum Beispiel mit einem Brutto-Netto-Rechner bestimmen.

Bei Versprechungen von der Sorte „Bei uns verdienen sie direkt ein Nettogehalt, ohne Abzüge und sonstigen Schnickschnack“ ist daher Vorsicht geboten. Bei den oben genannten Steuern und Sozialabgaben handelt es sich nicht um freiwillig zu entrichtende, sondern um Pflichtabgaben. Wem also vom Bruttogehalt kein Beitrag zur Krankenversicherung abgezogen wird, der wird sich privat versichern müssen, denn in Deutschland herrscht Versicherungspflicht. Und private Krankenkassen sind in der Regel deutlich teurer als gesetzliche Krankenkassen. Besonders aufmerksam sollten Animateure sein, die im Ausland eingesetzt und gemäß eines ausländischen Arbeitsvertrages vergütet werden. Da in diesen Verträgen keine Krankenversicherung geregelt ist, müssen die Animateure sich dann selber privat versichern, was den zuerst so großzügig wirkenden Lohn deutlich schmälert. So verlockend also das Angebot eines „Gehalts ohne Abzüge“ zuerst klingen mag – Vorteile bietet es eigentlich nur für den Arbeitgeber, der sich so um seinen Beitrag zu Sozial-, Renten-, Pflege- und Krankenversicherung drücken kann.