Archive for Juni, 2015

30 Juni, 2015

Die Animation der Zukunft: Individualisierung und Fantasie

“11. Mai 2007 Palmen. Meer. Liegestühle. Ein leichter Wind verblättert die Seiten eines Buches, über dem ein junger Mensch soeben eingeschlafen ist. Plötzlich lautes Klatschen. Fünf braungebrannte, durchtrainierte und uniformierte Club-Animateure rennen und springen durch das Bild, zielstrebig auf den Liegestuhl zu, zerren die schläfrige Person in den Sand und rufen laut: ‚Animatio-o-o-on!’“
Dieses Gruselszenario zeichnet der Journalist Andreas Lesti, stellt aber gleichzeitig erleichtert fest: „Glücklicherweise kann man dieses Bild des Cluburlaubs ein für allemal vergessen. Das Clubdorf als ein Ort, an dem man Animationstourismus schon mal mit Animationsterrorismus verwechseln kann, gibt es nicht mehr. Genauso gehören überdrehte Animateure, die beinahe jede Urlaubsminute mit Aktionismus erfüllen wollten oder mussten, einer verblassten Vergangenheit an, in der es ein aus heutiger Sicht kurioses Bedürfnis nach ihnen gab.“ Und stellt fest: „Der Trend geht zur Individualisierung.“

Peter Schönwälder von HAPPY FAMiLY Animation pflichtet ihm bei: „Individualität hat eine wesentlich größere Bedeutung als noch vor einigen Jahren. Fantasie statt Animation und auf Wünsche der Gäste konkret einzugehen ist das Thema. Aber niemals Gäste der Verpflichtung aussetzen, ein Angebot wahrnehmen zu müssen.
„Club-Animation wird es von Happy Family nicht geben“, sagt auch Susanne Schönwälder, die zweite Kraft, die hinter Happy Family steht, und formuliert sogleich das neue Bestreben: „Die Gäste haben bei unserer Gästebetreuung die Möglichkeit, die Urlaubszeit nach ihren Wünschen zu gestalten. Und unsere Mitarbeiter versuchen, ihnen das auch bei spontanen Einfällen zu ermöglichen.“

Die Zielgruppe passt sich dem Altersschnitt der Gesellschaft an

Lesti zählt jedoch noch mehr weitverbreitete Irrtümer in dem Bild von Animation in der Öffentlichkeit auf. Der eingangs erwähnte junge Mensch auf der Liege – in den siebziger und achtziger Jahren Zielgruppe Nummer 1 – bekommt Konkurrenz durch die Zielgruppe „60 plus“. „So wie sich die Gesellschaft verändert, verändert sich auch der Urlaubstypus.“

Zudem hat sich der Ort, an dem Animation durchgeführt wird, stark verändert. Das Meer, der Strand und die Palmen sind zwar keineswegs passé, werden aber zunehmend durch Bäche, Berge, Almen oder Seen ersetzt. War bis dato zumeist der Mittelmeerraum Tummelplatz hyperaktiver Club-Animateure, so wird der Animateur neuen Typs – überlegt, pädagogisch gebildet und kundenorientiert – häufig in Familienerholungsgebieten in Norditalien oder in Frankreich tätig. Dadurch erweitert sich auch das Animationsangebot: Trekking, Mountain-Biking, Waldsafaris und Lagerfeuerabende statt Tauchen und Surfen.

25 Juni, 2015

Was ein Animateur alles können muss

Reicht es heutzutage manchmal immer noch, pausenlos guter Laune zu sein, um als Animateur einen Job zu finden, sind heute die Anforderungen bei einigen wenigen Animations-Firmen deutlich spezieller. Die notwendigen Qualifikationen hängen hierbei in erster Linie von zwei Faktoren ab: von der Art des Animateurs-Jobs sowie von der betreffenden Ferienanlage.

Animateure haben je nach Spezialgebiet idealerweise bereits Erfahrungen gesammelt. Kids-Animateure sollten Erfahrung im Umgang mit Kindern vorweisen können, auch ein pädagogischer Background ist sicherlich hilfreich. Ähnliches gilt für Sports-Animateure – ohne Vorerfahrung und einige fachliche Kenntnisse im Sport-/Gesundheitsbereich wird es schwierig.

Klar ist, dass auch Art und Niveau der Ferienanlage eine Rolle spielt – Direktion und Gäste eines Vier-Sterne-Plus-Hotels in Bayern oder in Tirol erwarten sicherlich eine andere Art und Weise der Gästebetreuung, als Gäste eines All-Inclusive-Clubs auf Mallorca.

Nichtsdestotrotz gibt es einige grundlegende Eigenschaften und Fähigkeiten, die jeder Animateur mitbringen sollte. Zum einen sollte er für mindestens sechs Wochen am Stück oder eine gesamte Sommer-Saison zur Verfügung stehen. Ein gewisses Alter sowie eine gewisse Reife sollte er besitzen. Obwohl viele Agenturen auch schon Bewerber ab 18 Jahren annehmen, sind Einstellungen ab 20 Jahren eher als besser zu bewerten. Entsprechende Vorerfahrungen im sportlichen oder (sozial-)pädagogischen Bereich steigern hierbei die Chance auf eine Anstellung – fließende Fremdsprachenkenntnisse in Französisch, Italienisch und Niederländisch sowieso.

Animateure sollten selbstständiges Arbeiten gewöhnt sein und zudem eine postive Einstellung zur Dienstleistung haben. Nicht zuletzt ist eine positive Ausstrahlung wichtig – schließlich sollen sich Gäste bei dem Animateur wohlfühlen und Eltern ihm ihre Kinder anvertrauen können.

22 Juni, 2015

Eine große Familie – die Jobprofile der Animateure

Das Berufsbild des Animateurs beschränkt sich keineswegs auf den immer strahlenden Club-Animateur in der spanischen Sonne – es ist ganz im Gegenteil fachlich außerordentlich differenziert. Manche Jobs stellen z.B. höhere Anforderungen an die sportlichen Fähigkeiten des Animateurs, manche an den Kenntnisstand im Sportbereich und immer ist pädagogische Erfahrung gefragt. Hier eine kurze Liste der gängigsten Jobprofile:

1. Kids-Animateur

Kids-Animateure erarbeiten eigenständig unterhaltsame Ferienprogramme und führen sie mit den Kindern selbständig durch. Damit die Kinder Spaß haben und sich in ihrer Ferienumgebung wohlfühlen, ist von dem Animateur ein großes Maß an organisatorischen Talent, erzieherischem Geschick und Kreativität gefragt.

2. Youngsters-Animateur

Wer in der Lage ist, sich in die Lebenswelt von Jugendlichen hineinzufühlen, und außerdem gute pädagogische Fähigkeiten mitbringt, erfüllt die wichtigsten Voraussetzungen des Youngsters-Animateurs. Für Teenager werden altersgerechte, im Trend liegende Aktivitäten angeboten.

3. Family-Animateur

Der Family-Animateur unterscheidet sich von dem Kids Animateur, denn er führt von ihm geplante Aktivitäten mit der ganzen Familie durch. So sorgt er zum Beispiel vormittags dafür, dass die Kindern Spaß haben und organisiert für den Nachmittag eine Wanderung oder eine Radtour mit der ganzen Familie. Am Abend dann steht der gemeinsame Kegelabend oder ein Lagerfeuer auf dem Programm. Die Art der Aktivitäten richtet sich zumeist nach der Lage und Ausstattung der Ferienanlage und den speziellen Fähigkeiten des Animateurs.

4. Sports-Animateur

Der Sports-Animateur plant sein Programm in verschiedensten Umgebungen – am Strand, in den Bergen oder auch im Fitnessraum der Ferienanlage. Dabei sollte er nicht nur selber fit und sportlich sein, sondern auch ein breites Repertoire Gesundheits-Aktivitäten aufweisen. Darüberhinaus ist eine Regelsicherheit in Sportarten grundlegend sowie die nette, freundliche und kompetente Art dies an die Gäste zu vermitteln.

Allen Animateuren gemeinsam ist, dass sie in zumeist wundervoller Urlaubslandschhaft mit täglich unterschiedlichen Menschen arbeiten – das macht die Arbeit für alle zu einem besonderen Erlebnis, an das man sich meist noch Jahre später erinnert.

 

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